Die Vision des Regisseurs

Wir leben in einer Zeit, in der die grundlegenden Menschenrechte wie Gleichheit und wieder einmal angegriffen werden. Gleichgeschlechtliche Familien sind in vielen Ländern, auch im heutigen Russland, immer noch illegal oder werden diskriminiert. Ich vertraue darauf, dass das Erzählen von Sergeys wahrer Geschichte den Menschen hilft andere Menschen besser zu verstehen und zu erkennen, dass Liebe Liebe ist, oder wie Sergey sagt: „My love was no less than your love.“

Im Kern geht es in Firebird um verbotene Liebe. Es ist eine Geschichte über die Entdeckung der eigenen Identität und dem Verschwimme der Grenze zwischen Freundschaft und Liebe in einer autoritären Gesellschaft. Wie geht man mit dem Schamgefühl um, wenn man niemanden hat, mit dem man reden kann. Man fragt sich: „Ist es richtig, so zu fühlen?” oder „Wie kann ich mit der Person, die ich liebe, zusammen sein?”

Viele Filme über gleichgeschlechtliche Beziehungen konzentrieren sich nur auf zwei Männer oder Frauen, die sich ineinander verlieben. Ihre Partner und Ehepartner werden oft als weniger wichtige Aspekte der Geschichte behandelt. In Firebird sehen wir ein einzigartiges Liebesdreieck, denn der Film beginnt und endet mit der Beziehung unseres Protagonisten Sergey zu seiner engen Freundin Luisa. Ihre tragische Geschichte ist für uns als Autoren besonders wichtig, da sie sich nicht bewusst für ein solches Familienleben entschieden hat.

Mein Ziel bei Firebird war es, die Welt mit den Augen eines zwanzigjährigen russischen Jungen vom Lande zu sehen. Mit dem gleichen Staunen und der gleichen Ehrfurcht, ohne Angst, Vorurteile oder einen sozialkritischen Blick; mit einer Genauigkeit, die bis ins kleinste Detail reicht. So haben wir zum Beispiel genau darauf geachtet, wie die Wehrdienstleistenden verschiedener Dienstgrade ihre Uniformen nach jeweils sechs Monaten trugen, oder wie der Funkverkehr in einem sowjetischen Luftwaffenstützpunkt tatsächlich funktioniert.

Gemeinsam mit Tom Prior, dem Co-Autor, haben wir beim Schreiben des Drehbuchs echte (pensionierte) sowjetische Basiskommandanten, Mitarbeiter in Luftwaffenstützpunkten, Kampfpiloten und Bodenpersonal interviewt. Wir hatten auch das Glück, einige Tage in Moskau zu verbringen und den russischen Schauspieler Sergey Fetisov zu interviewen, auf dessen Lebensgeschichte der Film basiert. Wir haben viel von diesem Material in den Film einfließen lassen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Firebird für mehr Vielfalt und Einfühlungsvermögen auf der Leinwand sorgen wird, indem er eine einzigartige und doch universelle gleichgeschlechtliche Beziehung zu einer Zeit und an einem Ort beleuchtet, der bisher selten im Kino zu sehen war. Ich bin zuversichtlich, dass Firebird zeigen wird, dass gleichgeschlechtliche Familien in den repressivsten Gesellschaften, wie der Sowjetunion während des Kalten Krieges, zwar gelitten, aber überlebt haben. Ich lade Euch ein, sich mit uns auf diese Reise zu begeben und Sergeys Geschichte einem Publikum auf der ganzen Welt näher zu bringen. Es ist an der Zeit, diese wahre Geschichte zu erzählen, um mehr Akzeptanz für ein universelles Menschenrecht zu schaffen: zu lieben und geliebt zu werden.

Regisseur Peeter Rebane

Der in Estland geborene Peeter Rebane hat an vielen Orten der Welt studiert, gearbeitet und gelebt, unter anderem in den USA und im Vereinigten Königreich. Zu seinen Regiearbeiten gehören die Spielfilme Firebird (2021), Sailing to Freedom (in Entwicklung), die Dokumentarfilme Tashi Delek! (2015) und Robbie Williams: Fans Journey to Tallinn (BBC Worldwide, 2014) sowie zahlreiche Musikvideos, darunter "Wait for Me" von Moby und "Together" von den Pet Shop Boys.

Peeter war Produzent und Regisseur bei Robbie Williams: Live in Tallinn (2013), einem mit 22 Kameras gedrehten Konzertfilm. Außerdem hat er den Europäischen Filmpreis 2010, den Eurovision Song Contest 2002 und Hunderte von Shows im Baltikum für verschiedene Künstler wie Elton John, Bob Dylan, Madonna, Sting, Lady Gaga, Metallica, Queen und andere produziert.

Im Jahr 2013 wurde Peeter zum Unternehmer des Jahres in Estland ernannt.

Peeter war bei verschiedenen Filmfestivals als Jurymitglied vertreten, unter anderem beim Black Nights Film Festival in Tallinn und beim Cape Town International Film Festival. Er ging als Austauschstudent nach Oxford und schloss sein Studium in Harvard in den Fächern Wirtschaft, Psychologie und Bildende Kunst mit "cum laude" ab. Nachdem er seine Karriere als Produzent begonnen hatte, studierte er Regie an der USC School of Cinematic Arts in Los Angeles und absolvierte eine Schauspielausbildung für Regisseure im Studio von Judith Weston. Peeter hat die Welt bereist, das Kap Hoorn umsegelt, viermal den Atlantik und den Pazifik überquert und die Berge Tibets erwandert. Trotz seiner globalen Sichtweise hegt er eine Leidenschaft für das Erzählen lokaler menschlicher Geschichten mit einer universellen Resonanz.